St. Maria im Kapitol

St. Maria im Kapitol  -  Baugeschichte

19. und 20. Jahrhundert

1802

Die Pfarre Klein St. Martin übernimmt die große, ehemalige Damenstiftskirche St. Maria im Kapitol als Pfarrkirche. Die benachbarte, ehemals zum Stift gehörige kleine Pfarrkirche wird bis auf den Turm abgebrochen. Aus ihrer Ausstattung wird u.a. der Taufbrunnen aus Bronze (Heinrich Wickrat, 1594) übernommen.

 

1818

Die Teile der ehemaligen Ostfassade des Renaissance-Lettners werden in zwei Teilen entlang der Nord- und Südwand des Mittelschiffs im Anschluss an die Emporenbrüstung aufgestellt. Sie ergeben -zusammen mit der ehemaligen Westfassade des Lettners - ein hufeisenförmiges Gebilde (bis 1980).

Der Renaissance-Lettner in der Aufstellung von 1818-1980

1832-1834

Die wahrscheinlich baufällig gewordene Nordvorhalle wird bis auf einige Säulen der Ostfassade abgerissen. Johann Peter Weyer baut sie in schlichteren Formen mit einer Küsterwohnung wieder auf.

 

1849

Abriss und Neuaufbau des West- und Nordflügels des Kreuzgangs als historisierende, mit Wohngeschossen überbauten Anlage durch den Architekten Joseph Felten

 

1859

Die Südvorhalle wird wegen Baufälligkeit abgerissen.

 

ab 1862

Restaurierungsarbeiten am Außenbau der Kirche, die sich baulich in einem schlechten Zustand befindet, werden durch Heinrich Nagelschmidt betreut: Von 1862-1865 wird das Mauerwerk der Krypta, der Ostkonche und der Querkonchen erneuert, deren gotische Obergadenfenster erhalten wieder rundbogige Abschlüsse. Bis 1868 wird das westliche Langhaus instand gesetzt. Nach Plänen von Heinrich Nagelschmidt wird auch die Südvorhalle in den überlieferten Formen aus der Mitte des 12. Jahrhunderts wieder aufgebaut. Die Ostkonche erhält außen ihre zuvor vermauerte Zwerggalerie zurück. Der Ostgiebel weist jetzt anstelle einer Kreisöffnung eine Rundbogennische auf, in die die Figur der romanischen Sitzmadonna (zwischen 1150 und 1250) eingestellt wird.

Ostkonche von St. Maria im Kapitol, Vorkriegszustand

Auch der Südflügel des Kreuzgangs wird 1869 abgebrochen und rekonstruierend neu aufgeführt. 1891 wird das Mauerwerk des südlichen Seitenturmes instandgesetzt.

Parallel dazu wird die Barockisierung des Innenraumes rückgängig gemacht, der bis 1882 eine komplette, historistische Neuausstattung und Neuausmalung erhält (Ostkonchenwölbung: Krönung Mariens, Entwurf: Eduard von Steinle (1810-1886); Gesamtkonzept für den Kirchenraum: mariologischer Zyklus, Entwurf: August Essenwein (1831-1892), 1867, Ausführung: Matthias Goebbels,1868-1871).

St. Maria im Kapitol mit historistischer Raumfassung und Ausstattung, Foto um 1900

Finanzielle Grundlage der Restaurierungs- und Ausstattungsarbeiten bildet eine bürgerliche Stiftung, das Vermächtnis des 1857 verstorbenen Kölners Heinrich Nikolaus Frank.

 

1909-1910

Eine gründliche Instandsetzung der Westturmgruppe durch Adolf Nöcker findet statt. Die Kirche präsentiert sich außen in einer "historistisch bereinigten und ergänzten, innen in einer im gleichen Sinne üppig und farbenprächtig angelegten Neufassung" (U. Krings).

 

1936-1942

Infolge der statischen Veränderungen durch die Baumaßnahmen seit dem 12. Jahrhundert werden Sicherungsmaßnahmen besonders der östlichen Teile der Dreikonchenanlage dringend notwendig. Um die Schübe aus den Gewölben zu beseitigen und den Ostbau am Langhaus zu verankern, lässt Wilhelm Schorn zur Sicherung ein Zugankersystem einbauen, ferner Ausspritzungen des Mauerwerks, Auswechselungen von Teilen von Pfeilern und Gewölben vornehmen. Die Ausmalung des 19. Jahrhunderts wird dabei zerstört. Ein Konzept für eine Neugestaltung des Inneren im Geiste der Neuen Sachlichkeit wird entwickelt. Nur ein Farbfenster des Glasmalerei-Zyklus für die Fenster der Dreikonchenanlage von Anton Wendling wird vor Kriegsausbruch noch verwirklicht (Der hl. Bruno I. mit dem Kirchenmodell). Dessen Kartons von 1938 werden erst ab 1979 umgesetzt. Als weitere Maßnahmen der Denkmalpflege vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs werden die Fenster in den Umgängen der Dreikonchenanlage 'reromanisiert' und die Wandfelder außen zwischen Pilastern und Halbsäulen verputzt.

 

 

 

St. Maria im Kapitol von Nordosten

Öffnungszeiten

 

Mo. - Sa.: 10.00-18.00 Uhr

So.: 13 - 18 Uhr

 

Führungen nur nach Absprache mit dem Pfarramt

 

Kasinostrasse 6

50676 Köln

Tel.: (0)221 - 214615

Fax: (0)221 - 2403432

mail: pfarrbuero(at)maria-im-kapitol.de

www.maria-im-kapitol.de