St. Maria Lyskirchen

St. Maria Lyskirchen  -  Baugeschichte

Neuzeit

Der romanische Kirchenbau wurde seit der frühen Neuzeit in mehreren Phasen umgebaut; dies hatte auch Eingriffe in die Ausstattung zur Folge.

 

Zunächst wurde die Lichtführung verändert; um 1520/30 ersetzte man die Fächerfenster (außer denen der Emporen) durch spitzbogige Fenster mit Fischblasenmaßwerk, die Apsisfenster erhielten zweibahniges Maßwerk. Ferner wurden den Seitenschiffen außen Strebepfeiler vorgelegt und erhielt die Westfassade einen die drei Schiffe zusammenfassenden Giebel.

 

Vor allem den Innenraum veränderten Umbauten zwischen 1658 und 1662. Man trug die Gewölbe von Chor und Apsis ab, mauerte die Wände bis zur Höhe des Mittelschiffs auf, versah die innen nun polygonal gebrochene Apsis mit drei hohen Fenstern und zog neue Rippengewölbe ein; die Scheitelhöhe des Chores entspricht nun der des Hauptschiffs. Man wählte am Chor gotische Formen, die denen des übrigen Baus zumindest nahestanden.

St. Maria Lyskirchen, Querschnitt

Das Innere veränderten ferner neue, korbbogige Arkaden der Emporen, die anstelle der je zwei Drillingsarkaden die Hochschiffwände der zwei östlichen Joche in voller Breite öffneten. Die noch romanischen Fächerfenster der Emporen erneuerte man um 1697 als Rundbogenfenster mit Gabelmaßwerk.

Alle nachfolgenden Maßnahmen betrafen kleinere Renovierungen und Veränderungen, die Altäre und die übrige Innenausstattung.

 

Nach der Säkularisierung des Stifts St. Georg wurde St. Maria Lyskirchen 1804 selbständige Pfarre. Nach einzelnen kleineren Maßnahmen war um 1850 eine Sanierung notwendig und erschien eine Neugestaltung der Kirche wünschenswert. 1860 stattete man den Chor mit einem neuen Hochaltar aus (nach Entwurf von Vincenz Statz). Die umfassende Restaurierung zwischen 1868 und 1876 hatte Schäden zu beheben und diente zugleich dazu, den Bau wenigstens zum Teil im romanischen Stil zu vereinheitlichen; dies betraf besonders die neu entworfene Fassade.

 

Der Plan, das nie gebaute Freigeschoss des Südturms zu errichten und dem Bau die ursprünglich vorgesehene zweitürmige Ostfront zu geben, wurde nicht verwirklicht. Seit 1877 stattete man das Innere neu aus, dabei entdeckte man die übertünchten Deckenmalereien des 13. Jahrhunderts (1879). Sie wurden durch Übermalen 'restauriert' und einbezogen in die neue malerische Fassung des Raums (überwiegend ornamental, im Chorgewölbe Darstellung des Himmlischen Jerusalem).

Maßnahmen des frühen 20. Jahrhunderts betrafen Krypta, Außenbau und Ausstattung, deren historistische Teile weitgehend entfernt wurden.

 

Während des Zweiten Weltkriegs wurden alle Dächer außer dem des Turms zerstört, stürzten die Tonnen der Emporen ein und wurde das Mauerwerk des gesamten Baus erheblich erschüttert. Doch die Mittelschiffgewölbe wurden nicht zerstört; damit blieb der Zyklus der Deckenmalereien erhalten.

St. Maria Lyskirchen nach Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs (1943)

Mit der Wiederherstellung seit 1947 war eine Neugestaltung des Inneren verbunden, bei der man die Reste der Ausmalung von 1880 beseitigte. Es folgten eine Außenrestaurierung 1961/62, die statische Sicherung des Baus zwischen 1972 und 1982 sowie die neue Farbfassung des Äußeren in Grau, Rosa und Weiß nach Originalbefunden 1982/83.

Die Malereien im Mittelschiffgewölbe wurden zuletzt 1972-77 durch das Rheinische Amt für Denkmalpflege restauriert.

St. Maria Lyskirchen, Außenbau in der Farbfassung nach Befunden originaler Reste, Foto D.Heiermann
Foto D.Heiermann

Öffnungszeiten

 

Mo. - Sa.: 10.00-18.00 Uhr

So.: 10 - 16 Uhr

 

Führungen nur nach Absprache mit dem Pfarramt

 

An Lyskirchen 8

50676 Köln

Tel.: (0)221 - 211713

Fax: (0)221 - 2403432

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