St. Severin

St. Severin  -  Baugeschichte

Gotische Zeit

1286 wurde begonnen, das bis dahin immer noch anspruchslose Langhaus in neuen, gotischen Formen umzubauen. Die Maßnahme beschränkte sich anscheinend zunächst auf den Westen des Mittelschiffs, das mutmaßliche Querhaus. Die Kapitelle der neuen Wandpfeiler deuten auf das Ende des 13. Jahrhunderts. Die Arbeiten blieben wohl bald liegen, und man widmete sich zunächst anderen Teilen der Kirche.

Anstelle der südlichen Chorkapelle wurde bald nach 1300 zwischen dem Querarm und dem Chorturm eine neue dreijochige Kapelle errichtet. Der einfache, der hl. Margarethe geweihte Raum mit Kreuzrippengewölben diente als Stiftssakristei. Der erhaltene Rest der alten Ausstattung, die Wandmalerei über dem Altar, stammt allerdings erst aus der Zeit eines Umbaus der Kapelle (vor 1411).

 

Unter der Kapelle wurde eine Krypta angelegt, die von der Hauptkrypta aus zugänglich ist. Auch hier versah man vor 1411 die Wände oberhalb der beiden Altäre mit Malereien.

Grundriss der Krypta

Die romanischen Chortürme, die ursprünglich wohl kaum höher als der First des Chordaches waren, erhielten im 14. Jahrhundert ein weiteres Geschoß mit vorgeblendetem Maßwerkfenster. Den Abschluß bilden jeweils eine vorkragende Galerie mit Maßwerkbrüstung und ein Spitzhelm mit Ecktürmchen.

 

Da der Turm über dem salischen Westbau nicht mehr standfest schien, wurde er 1393 abgebrochen. Man begann sogleich, vor der alten Fassade einen neuen, größeren Westturm zu errichten. Bei seiner Weihe 1411 reichte der steinerne Bau nur bis in Höhe des Langhausdaches, darüber erhob sich ein hölzernes Glockenstuhlgeschoß.

um 1410

Der Turm wurde erst im frühen 15. Jahrhundert, wohl zwischen 1518 und 1526 vollendet, erhielt dann nach 1533 den spitzen Helm. Sein unteres Geschoß nehmen eine Vorhalle und der Emporenraum ein. Als Fassadenturm bestimmt er die Westansicht von St. Severin. Sein unteres Geschoß nehmen das in die Vorhalle führende Portal und darüber ein großes Maßwerkfenster ein. Das obere Geschoß ist an allen Seiten durch lange, schmale Bahnen von Blendmaßwerk gegliedert. Vorbilder waren spätgotische Türme am Niederrhein, die ihrerseits nach dem Muster des Utrechter Domturms entworfen waren.

Ansicht von Westen, um 1882
Abb. Krings

Nach dem abgebrochenen Versuch am Ende des 13. Jahrhunderts ging man erst 1479 wieder daran, das Langhaus umzubauen, das man nun in vier Joche teilte. Für die Kämpferhöhe des Gewölbes im Mittelschiff orientierte man sich am romanischen Chor und bemühte sich damit um einen einheitlichen Raumeindruck der Bauteile aus verschiedenen Zeiten. Nach einer neuerlichen Baupause wurden das Netzgewölbe des mittleren und die Kreuzgewölbe der seitlichen Schiffe eingezogen, in Obergaden und Außenwände setzte man große Maßwerkfenster ein. In den 1530er Jahren könnte das Langhaus vollendet gewesen sein, möglicherweise noch bis 1550 zogen sich andere Arbeiten hin, wie der Bau des Turmhelms.

Ansicht um 1550 (mit späteren Veränderungen)

Seither geht man in St. Severin von Westen her durch eine Turmhalle des späten 15. Jahrhunderts, ein Langhaus des 10., das im späten 15. und frühen 16. Jahrhundert völlig umgeformt wurde, durch Vierung und Querarme, in denen die ältesten Formen aus der salischen Zeit noch zu erkennen sind, und steht schließlich in einem Chor von charakteristischer spätromanischer Gestalt.

 

 

 

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St. Severin ist eine katholische Kirche. Während der Gottesdienste ist eine Besichtigung nicht möglich.

Führungen nur nach Absprache mit dem Pfarramt

 

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