St. Stephan in Lindenthal

Alt St. Stephan in Lindenthal (Krieler Dömchen)

(Alt-) St. Stephan („Krieler Dömchen“)
(Alt-) St. Stephan („Krieler Dömchen“)

Es könnte hier tatsächlich bereits im 8. Jh. eine Holzkirche gegeben haben, in der Kaiser Karl der Große in der erwähnten Legende Hildebold traf. Als Beleg dafür wird das Stangenkreuz des 8. Jh., das als Scheitelstein über dem Westportal eingemauert ist, angesehen. Einer von zwei weiteren ehemaligen Grabsteinen, die in der Südwand vermauert sind, wird ans Ende des 9. Jh. datiert (Volutenkreuz). Die sichtbare Zweitverwendung dieser Steine als Baumaterial lässt aber auch daran denken, dass sie aus anderem Zusammenhang stammen, zum Beispiel aus der Umgebung von St. Gereon (G. Binding). Der Legende nach gehörte der Krieler Hof seit dem 8./9. Jh. zu diesem Stift, was aber 1155 erstmals urkundlich genannt wird. Die erste (bisher) bekannte Urkunde für die Kirche stammt erst von 1224, als ihre Pfarrrechte und die Zugehörigkeit zu St. Gereon beglaubigt wurden.

Eine Datierung der vorhandenen flach gedeckten Saalkirche mit nördlichem Seitenschiff, Chorquadrat, Apsis und Westturm ist, mangels schriftlicher Überlieferung, nur durch bauhistorische Untersuchung möglich, die nach Albert Verbeek und Fried Mühlberg zuletzt, anlässlich der Restaurierung von 1986–93, intensiv von Günter Binding geleistet wurde. Er konnte vier Bauperioden nachweisen: 1) Beginnend mit einer kleinen Saalkirche vermutlich des 10. Jh., von der sich der Ostteil der heutigen südlichen Kirchenmauer erhalten hat. 2) An diese Saalkirche wurde im 11./12. Jh. ein rechteckiger Chor angefügt, der von der Proportion im Wesentlichen im Chorquadrat erhalten ist sowie in seiner südlichen Mauer. Im Norden wurde an die Saalkirche ein Annexbau angefügt, dessen Mauer im östlichen Teil des Nordseitenschiffes noch vorhanden ist. 3) Die Saalkirche wurde Mitte des 12. Jh. nach Westen zur heutigen Größe verlängert, wovon vor allem der Westteil der südlichen Kirchenmauer mit dem (zugemauerten) Südportal zu sehen ist. 4) Bis zur Mitte des 13. Jh. wurden die Apsis und der Westturm angebaut sowie der nördliche Annex zum Nordseitenschiff verlängert und mit Arkadenbögen mit dem Kirchenschiff verbunden sowie das Chorquadrat gewölbt. Dieser umfangreiche Umbau, zu dem im 18. Jh. nur noch die Sakristei kam sowie eine Reduzierung des Westturmes um ein Geschoss erfolgte, könnte mit der genannten Bestätigung von 1224 zusammenhängen und von St. Gereon unterstützt oder veranlasst gewesen sein (vgl. Rheinkassel). Die Beschädigungen des Zweiten Weltkrieges trafen das Nordseitenschiff und die Sakristei, die beim Wiederaufbau vergrößert wurde. Die purifizierende Restaurierung entfernte den Barockaltar und schuf einen hellen Anstrich. Erhalten sind der Taufstein aus der zweiten Hälfte des 12. Jh., eine Anna-Selbdritt-Gruppe und ein hl. Michael aus dem späten 15. Jh. sowie zwei Figuren des 18. Jh.

Umgeben ist das Krieler Dömchen noch immer vom Kirchhof, der bis nach der Mitte des 19. Jh. belegt wurde. Ein besonderes Merkmal der dörflichen Vergangenheit ist mit der 1836 erbauten Dorfschule erhalten, die der Kirche den originalen Maßstab

der einstigen Bebauung sichert.

Hiltrud Kier

Fotos: Celia Körber-Leupold

(Alt-) St. Stephan („Krieler Dömchen“)

Alt St. Stephan (Krieler Dömchen)

 

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