St. Clemens in Mülheim

St. Clemens in Mülheim

St. Clemens, Mühlheim
St. Clemens, Mühlheim

Der hl. Clemens ist wegen seines Martyriums durch Ertränken besonders bei den berufsbedingt vom Wasser bedrohten Schiffern beliebt, die ihm ihre Sakralbauten gerne weihen. Die kleine Mülheimer Schifferkirche, eine Filialkirche (vgl. Buchheim, St. Mauritius), war in der zweiten Hälfte des 12. Jh. als flachgedeckter romanischer Saalbau mit Chorgeviert und halbrunder Apsis mit fünf Wandnischen errichtet worden.

Dieser Saalbau ist noch im Mittelschiff erhalten. Eine Nachricht von 1414, die von einem Neubau des Herzogs von Berg spricht, kann dementsprechend nur eine Neuaustattung bedeutet haben, gegebenenfalls auch den Bau einer neuen (polygonalen?) Apsis und des Dachreiters. Im 17./18. Jh. erfolgte ein grundlegender Umbau zu einer dreischiffigen Halle mit Quergiebeldächern (die Schweifgiebel nur im Süden erhalten), polygonaler Apsis, Chorturm mit Schweifhaube und Vorhalle sowie Kreuzrippengewölben im Inneren, das mit einem großen Barockaltar und einer Kanzel des 18. Jh. geschmückt wurde.

Das Bombardement des 28. Oktobers 1944 ließ nur noch die Umfassungsmauern stehen. Der ersten Bausicherung folgte 1958–60 die Neugestaltung durch Joachim und Margot Schürmann, die einer Flachdecke anstelle der Gewölbe den Vorzug gaben und insgesamt einen für den Stil der Nachkriegszeit typischen, schlichten Innenraum schufen, der die einst flachgedeckte romanische Saalkirche erahnen lässt. Das Altarkreuz schuf Werner Schürmann, Tabernakel und Fenster sind von Gerda Schürmann-Frömel. Auf die Wiederherstellung der Vorhalle verzichtete Joachim Schürmann, der dafür das Bronzeportal mit Szenen aus dem Leben des hl. Clemens auf der Innenseite schuf.

Dieses Portal wird nur einmal im Jahr für die Fronleichnamsprozession, die Mülheimer Gottestracht, geöffnet. Diese Schiffsprozession hat ihren Ursprung in der Legende eines Raubes von goldenen Kelchen aus dem Tabernakel, mit denen der Dieb per Schiff fliehen wollte. Allerdings blieb das Boot mitten im Rhein stehen. In einem Kelch war nämlich noch eine geweihte Hostie, die dann in einer Schiffsprozession zurück nach St. Clemens gebracht wurde und seither jedes Jahr zu Fronleichnam mit einer geweihten Hostie wiederholt wird.

Hiltrud Kier

Foto: Celia Körber-Leupold

St. Clemens in Mülheim

 

Mülheimer Ufer 3

Öffnungszeiten:

bitte im Pfarrbüro erfragen.

 

St. Clemens und Mauritius

Alte Wipperfürther Straße 53

51065 Köln

Tel: (0221) 613012

Web: www.clemens-mauritius.de