Höhenkonzept

Höhenkonzept

Höhenkonzept der Stadt Köln

 

Erfolgsmeldung

 

Auf seiner Sitzung vom 15.5.2007 hat der Rat der Stadt Köln mit großer Mehrheit das Höhenkonzept verabschiedet.

Die Vorschläge aus dem Kreis der Kölner Bürgerschaft und auch des Fördervereins Romanische Kirchen wurden dabei weitgehend berücksichtigt

 


 

 

In der Stadt Köln wird seit 2004 auf allen Ebenen diskutiert, welche maximalen Höhenbegrenzungen im Gebiet der linksrheinischen Innenstadt für zukünftige Baumaßnahmen gelten sollen. Ziel ist es, den Schatz historischer Baudenkmäler, beispielsweise den Dom, die romanischen sowie die übrigen Kirchen, den Ratsturm oder die Türme der Stadtbefestigung vor modernen "Zudringlichkeiten" zu schützen. Sie sollen nicht "eingemauert", sondern ihre volle Wirkung im Stadtbild, nicht zuletzt auch in der unvergleichlichen Stadtsilhouette des Rheinpanoramas, behaupten können. Denn hierin, in dieser stadtbildprägenden Wirkung seiner historischen Türmelandschaft, liegt Kölns "Alleinstellungsmerkmal" im Vergleich zu anderen historischen Städten in Europa und der Welt.

 

Der Förderverein Romanische Kirchen Köln e.V. hat am 3. März 2006 und erneut am 10. April 2007 seine Meinung zur aktuellen Fassung des Höhenkonzepts der Kölner Stadtverwaltung dem Oberbürgermeister der Stadt Köln, Fritz Schramma, zur Kenntnis gegeben. Im Folgenden geben wir Ihnen beide Schreiben zur Kenntnis:


 

 

Förderverein Romanische Kirchen Köln e.V.

Der Vorsitzende

 

Herrn Oberbürgermeister

Fritz Schramma

Rathaus

50670 Köln         

5.04.2007

 

 

"Höhenkonzept für die linksrheinische Kölner Innenstadt"; Neufassung des Verwaltungsentwurfs; Schlusszeichnung 04.01.2007, DS-Nr. 0015/007; dortige "Anlage 6" einschließlich der Pläne Nr. 1-9.

 

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

der jetzt vorliegende Entwurf berücksichtigt in vielen entscheidenden Punkten die Anregungen, die ich in meinem Schreiben vom 3. März 2006 im Namen des Vorstandes des Fördervereins Romanische Kirchen Köln e.V. schriftlich fixiert hatte. Das wird mit Dank und Anerkennung vermerkt. Im Ganzen ist positiv festzustellen, dass sich die Verwaltung um einen Entwurf  bemüht hat, der die Spezifika der Kölner Topografie berücksichtigt und für viele Fragen gute Antworten bereit hält.

Allerdings wird die Praxis schon in allernächster Zeit erweisen müssen, ob die selbst gesteckten Ziele eines rücksichtsvollen Umgangs beispielsweise mit den Höhenmarken besonders auch der romanischen Kirchen bei aktuellen Bauwünschen bedacht und dann auch erreicht werden. Es sei mir erlaubt, auf die Planungen  im unmittelbaren Umfeld von St. Gereon und St. Kunibert  hinzuweisen, wo m.E. die Gefahr einer das Erscheinungsbild dieser beiden Kirchenbauten bedrängenden Neubebauung noch nicht gebannt ist.

Generell wiederholt der Förderverein Romanische Kirchen Köln e.V. seine auch bisher schon formulierte Meinung, dass innerhalb des historischen Kernbereichs der linksrheinischen Kölner Innenstadt (Altstadt, Neustadt) bei Neubauten die maximale Gebäudehöhe (d.i. die Firsthöhe einschließlich aller Technik-Aufbauten) von 22,50 m  in Zukunft nicht überschritten werden sollte. Das gilt auch für die Bereiche der Nord-Süd-Fahrt, für die in der aktuellen Verwaltungsvorlage Genehmigungen von Bauhöhen bis zu 35 m vorgesehen werden (vgl. die Pläne 8 und 9).

Als Begründung sei das wichtigste Charakteristikum der Kölner historischen Topografie angeführt: Das nach dem Zweiten Weltkrieg wiederaufgebaute relativ niedrige "Häusermeer", das vor allem von historischen Turmbauten sakraler und profaner Bestimmung (Kirchtürme, Ratsturm, Bayenturm u.ä.), gipfelnd in den Domtürmen und den vielgliedrigen Baukörpern (Schiffen) der Kathedrale, überragt wird. Das Maß der Bauhöhen dieses "Häusermeers" wurde auch nach dem Zweiten Weltkrieg immer wieder von der Höhe der Dächer der Seitenschiffe des Domes abgeleitet. Das in vielen Ansichten überlieferte, nach dem Krieg wieder erstandene "Bild der Stadt Köln" kann von vielen unterschiedlichen Standpunkten wahrgenommen werden, am besten vom Deutzer Rheinufer und von den großen Rheinbrücken. Die Stadt Köln selbst wirbt mit diesem "Bild" weltweit, und nicht zuletzt der Streit mit der UNESCO um den Status des Domes als Weltkulturerbe bewies den Wert dieser unvergleichlichen Stadtansicht. Umgekehrt werden von allen sensiblen Betrachtern dieses Stadtbildes die seit den frühen 1960er Jahren neu hinzugekommenen Hochbauten durchweg als "Störfaktoren" und "Bausünden" wahrgenommen. Es wäre weltweit absolut unverständlich, wenn durch die erwähnte mögliche Höhensteigerung der Bauvolumina rechts und links der Nord-Süd-Fahrt diesen alten nun neue "Bausünden" hinzugefügt werden könnten.

Der Förderverein Romanische Kirchen Köln e.V. schließt sich daher den Ausführungen des "Aktionsbündnisses Stadtbaukultur" vom 07. Februar 2007 voll an; der gen. Text wird diesem Schreiben als Anlage beigefügt.

In der Erwartung, dass dem Rat der Stadt Köln die Bedenken und Anregungen des Fördervereins Romanische Kirchen Köln e.V. zu seiner Entscheidungsfindung zur Kenntnis gebracht werden, verbleibe ich

 

mit freundlichen Grüßen

Helmut Haumann

 

 

Anlage: Stellungnahme

 

 

       07. Februar 2007

 

Stellungnahme

 

des "Aktionsbündnisses Stadtbaukultur" zur Neufassung des Entwurfs eines "Höhenkonzept(s) für die linksrheinische Kölner Innenstadt"

(Schlusszeichnung 04.01.2007,  Ds-Nr. 0015/ 007)

 

Die Stellungnahme nimmt Bezug auf die "Anlage 6": "Regelungen für die Höhenentwicklung der linksrheinischen Innenstadt Köln",

sowie auf die beigefügten Pläne 1-9

 

1. Das Aktionsbündnis vermerkt positiv, dass im neuen Entwurf des Höhenkonzeptes die Forderung auf Überarbeitung und Erweiterung der Wirkungsfelder der Sakralbauten (Plan 5) berücksichtigt wurde und dass in Plan 6 die zusätzlich vorgeschlagenen "stadtbildprägenden" Bauwerke weitestgehend aufgenommen wurden.

2. Ähnlich wie die Verwaltung gehen auch wir von der historischen Topografie der linksrheinischen Kölner Innenstadt aus. Diese wurde -von wenigen Ausnahmen abgesehen- nach den verheerenden Zerstörungen des  Zweiten  Weltkriegs wiederhergestellt. Insofern kann auch heute noch davon gesprochen werden, dass das seit dem Mittelalter bis in die 1930er Jahre in einzelnen "Jahresringen" entstandene Bild der Stadt "im Prinzip" auch heute noch existiert. Hierin liegt die eigentliche Begründung für die Festlegungen des Höhenkonzepts. Charakteristisches Merkmal der Kölner historischen Topografie ist, neben dem Grundriss der Stadt, vor allem das relativ niedrige Häusermeer, das hauptsächlich von historischen Turmbauten sakraler und profaner Bestimmung, gipfelnd im gotischen Dom mit seinen 1880 vollendeten Doppeltürmen, überragt wird.

Die meisten zusätzlichen "Hochbauten" innerhalb der historischen Innenstadt, die fast ausnahmslos seit den späten 1950er Jahren hinzugekommen sind,  werden von der Mehrheit aller, die sich zur Kölner Topografie äußern, als "Bausünden" empfunden, die die beschriebene Struktur der Stadt punktuell stören. Das neue Höhenkonzept sollte sein Ziel darin haben, dass sich Bausünden dieser Art keinesfalls mehren.

3. Die Gesamt-Bauhöhe in diesem historischen Kern-Bereich muss sich - soweit sie nicht bereits in  verschiedenen Quartieren niedriger ist (vgl. Plan 2, die beiden helleren Gelb-Felder)- auf historische Bauwerke wie den Dom, die romanischen und die anderen Kirchen sowie auf das Historische Rathaus mit seinem Turm beziehen, wie dies in Anlage 6 des Verwaltungsentwurfs immer wieder angesprochen wird. Beziehen heißt: "Maß-Nehmen". Nimmt man die "Meßlatte" der Dächer des Kapellenkranzes des Domes wirklich ernst, wie auf Seite 5, Abs. 2, dann muss es aus unserer Sicht  bei der Festlegung auf eine maximale Höhenlage von 22,50 m nicht "Traufhöhe", sondern vielmehr "Gesamthöhe" heißen. Also: die höchstmögliche Markierung für zukünftige Bauten in dem genannten Bereich der linksrheinischen Innenstadt soll 22,50 m Gesamthöhe betragen; die Querschnitt-Zeichnungen auf Seite 5 müssen dementsprechend geändert werden.

4. Nur durch eine maximale Gesamthöhe von 22,50 m (ohne Technik-Aufbauten etc.) in der historischen Innenstadt bleibt im Stadtkern Kölns die unter Punkt 2 beschriebene, weltbekannte Charakteristik des "Bildes von Köln" erhalten, wie sie sich dem Betrachter erschließt und sich in nahezu allen sonstigen Ansichten unverwechselbar einprägt. Die Stadt selbst wirbt weltweit mit diesem charakteristischen Bild; es ist das wichtigste "Alleinstellungsmerkmal" Kölns. Vergleichbare Stadt-Bilder gibt es in Dresden (Elbe), Hamburg (Alster), München (Engl. Garten), Paris (Seine, Montmartre), Warschau (Weichsel), oder in Danzig, Stockholm, Rom. In dieser "Liga" spielt Köln mit seinem nach 1945 wiederaufgebauten Stadt-Bild.

5. Wir haben bereits früher darauf hin gewiesen, dass eine Gesamt-Bauhöhe von 22,50 m mit überwältigender Mehrheit in allen Expertenanhörungen und Bürgeranhörungen gefordert worden ist.

6. Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die in den Plänen 8 und 9 trotz der nachdrücklich geäußerten Bedenken aller Diskussionsteilnehmer in den vergangenen Monaten wieder erscheinende "Sonderzone" mit Höhenmarken bis zu 35 m im Bereich der Nord-Süd-Fahrt abzulehnen ist. Es ist jetzt zwar das Ensemble "Offenbachplatz" bzw. das Opernquartier aus dem Höher-Zonierungsbereich herausgenommen, was dankbar vermerkt wird; nichts desto weniger werden an verschiedenen Stellen potentielle Baufelder für 35-m-Bauten ausgewiesen, die aufgrund der oben genannten Charakteristika der Kölner historischen Topografie als für das Stadtbild unverträglich anzusprechen sind.

7. Mit einer Höhenbeschränkung auf 22,50 m wird fraglos und zukunftsorientiert Stadtkultur als ein  Wirtschaftsfaktor in unserer Stadt erhalten und fortgeschrieben, der nicht nur für Einheimische und Touristen, sondern auch für Investoren und Zuzugswillige - gerade in der heutigen Zeit - einen nicht hoch genug einzuschätzenden Marktwert unserer Stadt darstellt.

8. Es sei noch darauf hingewiesen , dass Köln ausreichende und bestens geeignete Quartiere für modernste und auch höher zonierte Bebauung besitzt, für die in unserer Kernstadt, die nur 1% des gesamten Stadtgebietes ausmacht, aufgrund des oben Gesagten kein Platz ist.

9. Zur nachvollziehbaren Kontrolle muss das Stadtmodell schnellstmöglich fertiggestellt und in de Baulücken in dem festgesetzten Sinne als Massenmodell ergänzt werden, damit sich alle Entscheider direkt prüfbar von der Bedeutung und Wertigkeit dieser Zielsetzung überzeugen können. An diesem Modell können dann auch punktuell eventuell sinnvolle "Besonderheiten" diskutiert werden.

10. Wir erneuern unsere Bereitschaft, unsere Forderungen vor den Fraktionen des Rates und den Bezirksvertretungen der Stadt Köln detailliert zu erläutern und zu begründen.

 

 

Dr. Norbert Burger           

Prof. Peter Canisius                  

Dr. Ulrich Krings           

Dipl.-Ing. Walter von Lom     

Dipl.-Ing. Hanns Schaefer         

Prof. Erwin H. Zander

 

 


 

 

Herrn Oberbürgermeister

Fritz Schramma

Rathaus

50670 Köln

 

3. März 2006

 

Ratsvorlage: „Höhenkonzept für die linksrheinische Kölner Innenstadt 2006“

 

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister!

 

 

Die im „Höhenkonzept für die linksrheinische Kölner Innenstadt“ vorgestellten planerischen Überlegungen der Verwaltung sind von entscheidender Bedeutung für das zukünftige Erscheinungsbild des Kernbereichs des historischen Kölner Stadtzentrums mit seinen sakralen und profanen Denkmälern aus allen historisch relevanten Epochen, vor allem für den Dom sowie für den Kranz der Romanischen Kirchen.

Es ist zu begrüßen, dass die Verwaltung das Konzept zunächst der Öffentlichkeit vorgelegt hat und es somit einem umfassenden Diskussionsprozess aussetzt. Danach wird und soll der Rat entscheiden.

 

Der Förderverein Romanische Kirchen Köln e.V., dessen Vorsitzender ich bin, gestattet sich, zu den aus seiner Sicht wesentlichen Punkten ausführlich Stellung zu nehmen. Es wird vorausgeschickt, dass die Verwaltung ein gründlich erarbeitetes Werk vorgelegt hat, das viele gute Aspekte enthält und entsprechend positiv zu wertende Aussagen trifft. Trotzdem gibt es aus meiner Sicht Defizite, die hier benannt werden sollen:

 

Die kritische Durchsicht und Überprüfung der Unterlagen lässt m.E. deutlich werden, dass ein besonderes Anliegen unseres Fördervereins, nämlich der Schutz der visuellen Integrität der Kölner Baudenkmäler, de facto keine angemessene Berücksichtigung findet. Dieser Eindruck drängt sich auf, obwohl wiederholt der Dom und die Romanischen Kirchen erwähnt, und obwohl besondere „Wirkungsfelder“ für diese Bauten in den Planzeichnungen ausgewiesen werden.

 

Als Beispiel sei hier die Anlage 3.5 (=Plan 5) angeführt: Sie zeigt entscheidende Defizite besonders bei den ausgewiesenen „Wirkungsfeldern“ von St. Gereon, St. Ursula, St. Andreas, St. Kunibert, sowie des Domes, hier besonders in Richtung Westen.

 

So ist es denn auch nicht verwunderlich, dass dann in den „resümierenden“, d.h. in den die ganze Argumentationsfolge der Verwaltung für die zukünftige Entwicklung gleichsam zusammenfassenden Anlagen 3.9. und 3.10. (=Pläne 9 und 10) Folgendes passiert: Rechts und links der Nord-Süd-Fahrt sowie in Richtung von St. Gereon weit nach Westen ausgreifend, oder auch rings um die Oper am Offenbachplatz erscheinen potentielle Baufelder (rot angelegt), in denen Gebäude mit Höhen bis zu 35,00 m erlaubt sein sollen. Eine ähnliche Höhenbemessung just entlang der Nord-Süd-Fahrt war in der Fassung des Konzeptes aus dem Jahre 2004 vorgesehen, was damals nicht nur von unserem Förderverein vehement abgelehnt worden war.

Sollte das jetzt vorgelegte Konzept also baurechtliche Realität werden, würde sich in Zukunft, trotz aller Einschränkungen, die seitens der Verwaltung immer wieder angeführt werden (z. B. die „5-Punkte-Checkliste“), mitten durch die Innenstadt beiderseits der Nord-Süd-Fahrt eine Zone höherer Neubauten wie eine Art Reptilien-Rücken hindurchziehen. Dieses aus unserer Sicht für den Charakter der historischen Kölner Innenstadt absolut unverträgliche Bild würde sich unvermeidlich einstellen, wenn sich entsprechende Investoren bzw. Bauherrenschaften für diese innerstädtischen Grundstücke ernsthaft interessieren würden.

Zu meiner Verwunderung erscheinen außerdem das eigentlich im vergangenen Herbst nach den heftig geführten Diskussionen als „erledigt“ angesehene Axa-Grundstück östlich St. Gereon (Gereonstr./Mohrenstr./Cardinalstr.) sowie das Commerzbank/Hoch-Tief-Grundstück Ecke Komödienstr./Tunisstr., für das offenbar schon ein genehmigter Bauantrag vorliegt, innerhalb dieser Zone von Bau-Feldern für Hochbauten hier erneut!

 

Auf die folgende, m. E. absolut unerwünschte Konsequenz sei hier aufmerksam gemacht: Das bauliche Gefüge der Kölner Innenstadt würde auch weiterhin, wie schon in den 1960er/70er Jahren, aus dem Gleichgewicht geraten; zusätzlich würden heute noch bestehende wichtige Sichtbezüge zu zahlreichen der eingangs genannten Baudenkmäler, entgegen der geäußerten Verwaltungsmeinung, stark beeinträchtigt würden.

 

Die gleichen unerwünschten Folgen würden sich einstellen z. B. in einigen der in Anlage 3.10. orangegelb markierten Bereichen, in denen Höhen von max. 22,50 m zulässig wären. Hingewiesen sei hier besonders auf das rheinseitige (östliche) Um- und Vorfeld von St. Kunibert, wo es ja bekanntermaßen entsprechende Bauherrengelüste (Axa) gibt. Die romanische Kirche St. Kunibert würde zwischen den höher als heute dimensionierten Neubauten optisch versinken; die städtebaulich so imposante Wirkung des dreitürmigen Bauwerks, gesehen etwa von der Hohenzollernbrücke, würde stark beeinträchtigt.

Erwähnt sei aber auch der Bereich, in dem sich heute das Erzbischöfliche Palais mit seinem alten Garten, das Priesterseminar und das Archiv des Erzbistums befinden, außerdem der Klingelpützpark: Hier sind die Wirkungsfelder von St. Gereon und St. Ursula direkt betroffen.

Ein weiteres auffälliges Defizit sei hier noch benannt: In allen Plänen wird die Rheinau-Halbinsel komplett ausgespart; sie ist jedoch m. E. als integraler Teil der Rheinfront, mit ihren restaurierten Baudenkmälern wie auch mit den entstehenden Neubauten vor der Südhälfte der Kölner Alt- und Neustadt gelegen, von entscheidender Bedeutung für das Erscheinungsbild der Stadt-Silhouette; sie muss daher in die Pufferzone und in alle übrigen bewahrenden Strategien voll integriert werden.

Anmerkungen zu „Anlage 1“ der Verwaltungsvorlage

 

Allgemein zur Terminologie: Ich schlage vor, nach gutem altem Brauch die wesentlichen Teile der Kölner Innenstadt wie folgt zu benennen:

Altstadt: Die historische Stadtfläche bzw. der historische Stadtraum zwischen dem Rheinufer und den Wall-Straßen (Verlauf der mittelalterlichen Stadtbefestigung)

Neustadt: Die historische Stadterweiterung ab 1881 mit den Ringen als „Rückgrat“ („Stübbensche Neustadt“)

Martins- oder Rheinviertel: Das in den 1930er und nach seiner weitgehenden Kriegszerstörung noch einmal in den 1950er Jahren (und danach) errichtete und gestaltete „Traditionsviertel“, gleichsam die „Essenz“ des alten Köln. Dessen Grenzen markieren das Rheinufer im Osten, die Hohenzollernbrücke im Norden sowie die Deutzer Brücke im Süden, außerdem eine Linie, die in etwa vom Dom über den Roncalliplatz, die Rathausbauten, das WRM, Neu St. Alban, den Gürzenich bis etwa zu St. Maria im Kapitol im Westen verläuft. Einbezogen sind der Altermarkt sowie der gesamte Heumarkt.

 

Zu S. 2: „Wirkungsfelder des Doms und der Romanischen Kirchen“ (vgl. auch Plan 3.5.):

 

Die Markierung der historischen Immunitätsbereiche ist m.E. unnötig, da diese i.d.R. heute nicht von städtebaulicher Bedeutung sind.

Bei der Ausweisung heutiger Wirkungsfelder gibt es die schon erwähnten Defizite bei St. Gereon, St. Ursula, St. Kunibert, St. Andreas und beim Dom, hier besonders in Richtung Westen; es wird auf unsere Ergänzungen dieser Felder auf Plan 3.5. (vgl. die Anlage) verwiesen.

 

Zu S. 2: „Wirkungsfelder stadtbildprägender Baudenkmäler“ (vgl. Plan 3.6.):

 

Es fehlen: Der Turm von Klein St. Martin (wichtig für Heumarkt und Ost-West-Achse)

 

Die ev. Kirche St. Trinitatis und das Overstolzenhaus (wichtig für die Südhälfte des Heumarkts und die dortigen Gassendurchblicke bzw. ganz allgemein für die südliche Begrenzung des genannten „Traditionsviertels“)

 

Die Elendskirche St. Gregor (wichtig für die Wirkung des türmereichen Panoramas von der Severinsbrücke)

 

Der gesamte Rheinauhafen

 

Die großen Rheinbrücken selbst

 

In der Anlage wird ein entsprechender Ergänzungsplan beigefügt.

 

Zu S. 3: „Maximale Gebäudehöhen“:

 

Es sollte statt von „Traufhöhe“ nur noch von „Firsthöhe“ gesprochen werden. Hier ist dann die Höhenbeschränkung festzumachen; somit sollten nur Firsthöhen von max. 22,50 m Obergrenze festgelegt werden!

 

Die auf S. 3 in den Gebäudeschnitten angegeben Geschosszahlen reduzieren sich demnach um mind. ein Vollgeschoss. Darüber hinausgehende Höhenerstreckungen sind m.E. für die Kölner Innenstadt unzuträglich.

 

Die Aussage zu den Höhen des Domes sollte dahingehend präzisiert werden, ob bei den genannten „Seitenkapellenhöhen“ (gemeint sind die Seitenschiffe) von den Trauf- oder den Firstlinien gesprochen wird. Aus Sicht des Fördervereins Romanische Kirchen Köln e.V. kann hier nur die Trauflinie der Seitenschiffe des Domes als Maßstabgeber relevant sein!

 

 

Zu S. 4: „Schutzzone für die Stadtsilhouette“ (vgl. Plan 3.7.):

 

Hier ist besonders die oben angesprochene Differenzierung von „Altstadt“ und „Martins- oder Rheinviertel“ angesagt!

 

Bei den Giebelhäusern im Rhein- oder Martinsviertel muss ebenfalls zwischen Trauf- und Firsthöhe differenziert werden; die für das Erscheinungsbild des Stadtpanoramas letztlich relevanten Höhen sind hier die „Firsthöhen“.

 

Zusätzlich zu den Betrachterstandpunkten am Deutzer Ufer sollten hier die wichtigsten Rheinbrücken als Betrachterstandpunkte mit einbezogen werden; dadurch ergeben sich realistischere Merkpunkte für Störpotenziale von bestehenden und geplanten Hochbauten innerhalb des historischen Stadtzentrums! Besonders für die Beurteilung der Gefährdung der Wirkung von St. Kunibert durch zu hohe Neubauten ist, wie erwähnt, die Hohenzollernbrücke entscheidend.

 

Zu den S. 5 und 6 sowie zu den Plänen 3.9. und 3.10.:

 

Hier gilt generell das eingangs zu den Defiziten der Vorlage Gesagte. Außerdem sollten aus der Sicht des Fördervereins Romanische Kirchen

 

1. die Anzahl der Flächen in den genannten Plänen, in denen mögliche Gebäudehöhen von „max. 22,50 m“ ausgewiesen werden, erheblich reduziert werden; die Aussage selbst ist außerdem, wie schon gesagt, dahingehend zu präzisieren, dass zweifelsfrei nur „Firsthöhen“ gemeint sind.

2. Auf die Ausweisung von Gebieten, in denen nach Plan 3.9. und 3.10. Gebäude bis zu 35 m Höhe errichtet werden können, sollte ganz verzichtet werden. Solche Gebäudehöhen sind für die historische Altstadt Kölns auch entlang der modernen Nord-Süd-Fahrt absolut unverträglich. Die dort seit Jahrzehnten bestehenden Bauten mit vergleichbarer Höhenentwicklung (z.B. WDR) sollten nicht zu Maßstäben für Neubauten erklärt werden. Vielmehr sollten sie als „Sünden der Vergangenheit“ gebrandmarkt werden, die nach Möglichkeit eines Tages auch wieder aus dem Stadtbild verschwinden können.

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, die hier niedergelegten Aussagen entspringen der Sorge um das zukünftige Erscheinungsbild der historisch so bedeutenden Stadt Köln. Sie ist die Heimat der Mehrheit der Mitglieder des Fördervereins Romanische Kirchen Köln e.V., dessen Ehrenvorsitzender Sie sind. Für weiterführende Gespräche in dieser Sache stehe ich selbstverständlich zur Verfügung, ebenso wie auch die übrigen Mitglieder des Vorstandes.

 

Mit freundlichen Grüßen

Helmut Haumann

 

 

Anlage: 3.5 / 3.6 / 3.10

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